Fragt man im Netz nach "QRP Z-Match Tuner", so finden sich viele Angebote. Darunter oft auch dieser hier. Je nach Anbieter kostet der Kleine zur Zeit so zwischen 20 und 50 EUR. Wir probieren ihn mal aus.
Symmetrische und parallel gespeiste Antennen mögen ein symmetrisches Anpassgerät. Am liebsten einen Parallelkoppler mit zwei Rollspulen oder eine Z-Match. Solche Tuner sind recht aufwändig und ziemlich teuer. Das Angebot aus China: QRP, klein, leicht und preiswert.
Innen finden wir zwei Drehkos, zwei Schalter, eine LED mit Trafo und ein paar Widerstände. Mittendrin einen raffiniert gewickelten Ringkerntrafo. Artur hat eine Video dazu gemacht.
Eine Sache macht uns allerdings nachdenklich: Im Ausgang (Antennenseite) ist eine BNC-Buchse. Deren Abschirmung ist wie üblich mit Masse verbunden. - Ist das wirklich eine Z-Match? Kann man damit symmetrische Antennen abstimmen?
Wir lieben unsere Endfed-Halbwellen-Strippen. Sie sind einfach aufzuhängen. Aber mittengespeiste Dipole sind in der Regel effektiver. Und mit Hühnerleiter kommen weitere Vorteile hinzu: Der Dipol wird zum Multiband-Dipol. Es gibt kaum Verluste auf der Speiseleitung und keine Mantelwellen. Bei Symmetrie sind die Ströme in beiden Leitern gleich. Die Speiseleitung strahlt dann nicht und nimmt auch keine Störungen auf.
Wenn aber der Tuner-Ausgang mit einem Bein auf Masse liegt, dann lässt sich keine Symmetrie erreichen. Gucken wir mal genauer hin:
Über den Doppelschalter im Ausgang lassen sich zwei unterschiedliche Impedanzen am Trafo-Ausgang wählen. Einmal 4 Windungen (5/6) und einmal 16 Windungen (7/8). Und tatsächlich liegt immer ein Bein auf Masse (über SWA2A,2).
Wir knipsen das Masse-Schalterbein durch (im Schaltbild rot) und klemmen die Hühnerleiter an die BNC-Seele und das gehobene Schalterbein (blau). Massenlos. Jetzt lässt sich unsere Doppelzepp perfekt abstimmen. Super SWR und auf allen Bändern von 80 m bis 10 m.
Auf der Rückseite ist Platz für zwei Bananen-Buchsen.
Wir verbinden die Buchsen mit den mittleren Schaltkontakten. Mit dem abgeknipsten Bein oben und mit dem unten.
Unser Signal wird dadurch beim Partner knapp eine S-Stufe lauter, und unser Empfänger rauscht jetzt deutlich weniger. - Offenbar stimmt jetzt die Symmetrie.
Ergebnis:
- Der Tuner ist gut
- Es gibt verschiedene Versionen - What you get is what you get :-)
- Drähte und Koax-Antennen lassen sich damit gut tunen
- Für symmetrische Antennen sollte umgebaut werden
- Nach dem Umbau deutlich verlustfreiere Anpassung und viel weniger Empfangsrauschen
- Der Kleine kommt in den Wander-Rucksack und darf mit in den Wald
Wer es braucht, kann einen Schalter einbauen (erhobenes Bein gegen Masse). Dann kann man umschalten zwischen Koax-Speisung und symmetrisch.
Viel Spaß beim Experimentieren!





