DF3GL/r

 

Der DARC hat mit seinem "Mitgliedsbeitrag PRO" ein Reihe von Remotestationen angeschafft und aufgebaut. Zur Freigabe des /r Betriebs durch die Regulierungsbehörde wurde das Netzwerk auf der diesjährigen HamRadio in Friedrichshafen freigeschaltet. Das war ein Grund, uns einmal damit auseinanderzusetzen. An einem Funken, Forschen, Freunde Treffen Montag vermittelte uns Karsten DL6KKB im Vereinshaus einen ersten Eindruck davon. Es blieben viele Fragen offen, die in der Kürze der Zeit nicht beantwortet werden konnten. Das steigerte die Neugier und die Motivation, mal etwas damit herumzuspielen.

 

Eines vorab: Das System funktioniert über einen Login bei "Mein DARC", wozu man eine DARC-Mitgliedsnummer und Passwort benötigt. Dort findet man unter dem Button "Remote Stations" alles weitere. Eine Anleitung sowie die hier gezeigte TRX-Client Software zum downloaden.

 

Das Netz besteht zur Zeit aus 15 Stationen, die über DL verteilt sind. Die Verteilung ist etwas Mittel- und Süd-DL lastig, im Norden der Republik gibt es bisher keine Angebote. Die Stationen bestehen aus einem Yaesu FT-991A, der auch im TRX-Client nachgebildet ist. Die zur Verfügung stehende Antennen und nutzbaren Frequenzbereiche unterscheiden sich deutlich. Manche Stationen sind nur auf 2m/70cm qrv, bei anderen stehen nicht alle Kurzwellenbänder zur Verfügung. Es gibt nur wenige mit einem CW-Interface. Auf der Seite https://mein.darc.de/remote (nur mit Login) ist eine DL-Karte mit der Lage, einer kurzen Beschreibung und Bildern zu den Stationen. Dort sieht man auch, ob die Station momentan für den Remotobetrieb zur Verfügung steht.

 

In dieser Auswahl ist mein Favorit bisher DK0HUN, im Hunsrück. Vielleicht wegen der Nähe zur alten Heimat ;-) ? Sie kann CW, ist auf allen Kurzwellenbändern qrv und bietet für die höheren Bänder einen Beam. Die avisierte Station DL0VIP, in der Eifel, ist anscheinend noch nicht betriebsbereit.

 

Das Einlog-Prozedere funktioniert nicht immer sofort und lässt Spielraum für Fehlbedienung, was lästig ist. Macht man etwas falsch, ist der Zugang für eine 1/2 h gesperrt. Für diese Zeit wird eine /r Station normalerweise für das angemeldete Rufzeichen reserviert. War das Login erfolgreich, ist man zuerst SWL und kann sich per Klick zu OP upgraden. Ist die Station bereits von einem OP belegt, steht einem weitern Nutzer nur die Option SWL zur Verfügung. Die Bedienung selbst ist einfach und fast so wie am Gerät selbst. Das Abstimmen mit dem VFO-Knopf erfordert Feingefühl. Die Abstimmschritte sind groß und auch bei sehr kurzer Zeitverzögerung ist man schnell über sein Ziel hinaus. Es geht aber auch langsam mit den Stepup/Stepdown Tasten der Tastatur. 

 

Sprechfunk funktioniert über das eingebaute Mikro eines Laptops, was sich allerdings meist nicht gut anhört. Besser ist externes Mike oder ein Headset. Für CW wird im TRX-Client Manual eine Möglichkeit skizziert, Taste oder Keyer über die USB- oder RS232-Schnittstelle mit dem heimischen PC zu verbinden. Bei "normalem" CW mit moderaten Geschwindigkeiten funktioniert das bei mir gut, und ich habe keine Probleme mit irgendwelchen Laufzeiten. Beim Senden ist vom Empfänger nichts zu hören und den Mithörton macht die TRX-Client Software auf dem eigenen PC. QSK oder BK ist so natürlich nicht möglich. Beim Anruf einer DX-Station im schnellen Tempo hatte ich allerdings Probleme mit dem sauberen Geben meiner Zeichen. Mir ist noch nicht ganz klar, ob es an der Keyer-Software vom TRX-Client (ungewohnte Punkt-/Strichspeicher, Lambic-A/B) oder an mir liegt?

 

 

Ich habe nun einige qso als /r gemacht und bin positiv überrascht von dieser Möglichkeit. Sicher, es läuft nicht alles wie geschmiert und ersetzt keine eigene Station. Es ist aber schon toll Zugriff auf eine Vergleichs- oder Alternativ-Station zu haben. Für OM ohne Antennenmöglichkeiten hat das sicher noch mal eine ganz besondere Qualität.

 

Probiert es doch selbst mal. 

awdh/awds es 73 de Klaus, DF3GL