Göttinger Alpen

Wir wandern in den Göttinger Alpen. Am Hohen Hagen. SOTA DM/NS-141. In schwindelnden Höhen von 492 m. Vier Punkte immerhin. Der Dezember ist da mit seinen trüben und nebligen Tagen. Wir funken bis nach Norwegen, aber weit gucken geht heute nicht.

Der Hohe Hagen liegt etwa in der Mitte zwischen Göttingen und Hann. Münden. Einer der nördlichsten Vulkane in Deutschland. 150 Jahre lang bis 1971 wurde hier viel Basalt abgebaut.

Johann Wolfgang von Goethe war schon vor uns hier. Am 14. August 1801. In seinem Tagebuch schwärmt er von der weiten Aussicht. Zirka 20 Jahre später hat Carl Friedrich Gauß hier gearbeitet als Landvermesser des Königreichs Hannover. Er nutzte den Hohen Hagen als einen Eckpunkt für sein „großes Dreieck“ Hoher Hagen – Brocken – Großer Inselsberg. Dieses Dreieck mit den Seitenlängen 68 km (Hoher Hagen – Brocken), 84 km (Hoher Hagen – Großer Inselsberg) und 106 km (Brocken – Großer Inselsberg) war Basis zur Verknüpfung zahlreicher regionaler Vermessungsdaten.

1909 bis 1911 wurde der (alte) Gaußturm aus Basaltgestein erbaut. 1963 stürzte er aufgrund von Sprengungen im benachbarten Steinbruch ein und wurde nicht wieder aufgebaut. 1964 wurde an benachbarter Stelle der neue Gaußturm errichtet, ein 51 m hoher Sende- und Aussichtsturm aus Stahlbeton mit Panoramarestaurant. Das Restaurant ist leider schon lange geschlossen.

Archivfoto: Frühjahr 2015
Archivfoto: Frühjahr 2015

Von der Aussichtsplattform auf 528 m hat man eine tolle Aussicht: zum Solling, nach Göttingen und dem dahinter liegendem Harz sowie zum Hohen Meißner, Kaufunger Wald, dem hoch gelegenen Westteil von Kassel und dem Habichtswald.

Gleich neben dem großen Antennenmast packt Robert den kleinen Antennenmast aus. Frühstück (wichtig!), Fototasche mit LiFePo-Akku, blauer Beutel mit Antenne und Gegengewicht, Verbandskasten mit Transceiver und den nötigen Bürokram.

Die Taste sitzt magnetisch fest auf einer geklebten Unterlegscheibe. Der Block ist windsicher mit Gummiringen fixiert und der Stift ist ein Bleistift. Erfahrungsgemäß schreibt der auch auf nassem Papier.

Der kleine KX2 bringt satte 10 Watt auf die 20 Meter lange Endfed. Sie hängt heute nicht besonders hoch, funktioniert aber prächtig wie immer. Pileup. Eine halbe Stunde. Mit Kaltgetränk und heißem Tee. Das Log füllt sich. Zwei Grad Celsius. Abbauen. Zurück zum Auto. Sitzheizung. Ahh!