Die Qual der Wahl

Das ist Thomas. Ein Funkamateur, K4SWL. Seine Liebe gilt dem Outdoor-Funk und kleinen Transceivern mit wenig Leistung. Thomas hat einen Artikel geschrieben für die Zeitschrift "The Spectrum Monitor Magazine" (Juni 2022). Er gibt Entscheidungshilfen, wie man für sich den perfekten Transceiver finden kann. Für den Rucksack, für draußen und für unterwegs. Er freut sich, dass wir seinen Text ins Deutsche übersetzen und hier auf den Seiten der Funkamateure bringen.

Die Qual der Wahl

Von Thomas (K4SWL)

Am liebsten funke ich draußen. Im Park, auf dem Gipfel oder beim Zelten. Mir macht das Riesenspaß, und ich genieße das immer wieder. Die Liebe zum Amateurfunk geht bei mir über den Funkbetrieb mit kleiner Leistung.

Meine Seite QRPer.com ist jetzt vierzehn Jahre online, und immer wieder werde ich nach dem besten Portabel-Transceiver gefragt. Die Frage ist schwer zu beantworten. Ich sage dir warum und möchte dir bei der Entscheidung helfen, wie du für dich den besten Transceiver finden kannst.

Erwarte von mir keine Liste mit Geräten und ausführlichen Bewertungen. So etwas findest du woanders. Statt dessen nenne ich dir ein paar Fragen, die du dir stellen musst vor dem Kauf eines Funkgeräts. Anschließend gebe ich dir ein paar Tipps und berichte von meinen persönlichen Erfahrungen. Außerdem möchte ich dir einige meiner liebsten Transceiver vorstellen und sagen, was ich an jedem dieser Geräte schätze.

Aber zuerst: Spoiler-Alarm!

Die Vorlieben des Operators sind entscheidend und nicht die technischen Daten.

Bei der Suche nach einem neuen Funkgerät neigen wir Funkamateure dazu, die Funktionen und technischen Daten verschiedener Modelle eingehend zu vergleichen. Wir beziehen uns auf Rob Sherwoods hervorragende Tabelle, wir lesen Benutzerberichte, und wir laden vollständige Handbücher herunter, bevor wir uns entscheiden.

Das sind zwar wertvolle Informationen zumal Funkgeräte teuer sind. Ich meine aber, dass du anders vorgehen solltest.

Nach meiner Erfahrung hat die Freude an einem bestimmten Funkgerät, für den Stationstisch oder portabel, viel zu tun mit den Vorlieben des Operators und weniger mit der tatsächlichen Leistung des Geräts.

Stell dir einfach ein paar Fragen und antworte ganz ehrlich. Hier sind sechs Fragen, die dir bei der Suche nach einem Portabel-Transceiver helfen können:

Frage 1: Wo will ich funken?

Wenn du gern zu Hause funkst und nur gelegentlich ins Freie gehst, dann brauchst du einen Transceiver mehr für daheim. Ein Gerät mit robustem Audio, großem Drehknopf, einem gut lesbaren Display und großer, übersichtlicher Frontseite.

Möchtest du dagegen dein Funkgerät auf Rucksacktouren mitnehmen, dann sind Gewicht, Akku-Leistung und Strapazierfähigkeit von größter Bedeutung.

Natürlich gibt es Spielarten, die so dazwischen liegen. Wer wie ich gern Parkaktivierungen macht oder Campingausflüge, für den ist die Gesamtgröße vielleicht weniger wichtig, da wir vielleicht mit dem Auto fahren oder nur einen kurzen Fußmarsch zum Aktivierungsort zurücklegen. Wenn dein Shack ein Picknicktisch ist, nicht weit entfernt von einem Parkplatz oder deinem Wohnmobil, dann hast du viel mehr Möglichkeiten, als wenn du mit deinem Funk-Gepäck auf einen Berg steigen willst.

Frage 2: Welche Betriebsarten werde ich am häufigsten verwenden?

Bist du auf eine Betriebsart festgelegt? Wenn du nur digitale Betriebsarten machst, dann solltest du ein Funkgerät wählen, das für den einfachen Betrieb im digitalen Modus ausgelegt ist. Wenn du SSB-Betrieb planst, dann solltest du auf etwas mehr Ausgangsleistung Wert legen und Funktionen wie z.B. Voice-Memory. Wenn du CW machen möchtest, dann hast du viel mehr Möglichkeiten. Für CW gibt es nämlich viele preiswerte, kleine und leichte Transceiver.

Als Telegrafist rate ich dir zu kleiner Leistung. Oft hört man, dass 5 Watt CW ungefähr 80 Watt SSB entsprechen. Und dem kann ich absolut zustimmen. Nach meiner Erfahrung braucht man für sicheren CW-Betrieb kaum mehr als 5 Watt bei halbwegs normalen Bedingungen.

Wenn du dich in der Wahl deiner Betriebsart nicht festlegen möchtest, dann brauchst du natürlich ein Gerät, das mehrere Betriebsarten zulässt.

Frage 3: Möchte ich an Wettbewerben teilnehmen?

Beim Contest liegen viele laute Signale dicht neben- oder gar aufeinander. In dem Fall brauchst du ein Gerät mit guten Eingangsfiltern, die benachbarte Signale effektiv blockieren können. In der Regel findest du in kleinen, leichten und portablen Geräten solche Filter selten. Ich empfehle dir, mal die Tabelle von Rob Sherwood daraufhin genauer anzusehen.

Bei Gipfel-, Park- und/oder Inselaktivierungen brauchst du die steilen Eingangsfilter eher nicht. Es sei denn, deine Aktivierung fällt zufällig mit dem Field Day oder einem CQ Worldwide Contest zusammen.

Frage 4: Bin ich eher Jäger oder Aktivierer?

Manche Berg- oder Naturpark-Funker setzen sich gern auf eine bestimmte Frequenz, rufen dort CQ und haben viele schöne Verbindungen. Sie brauchen die Abstimmfunktionen für Frequenz und Antennen-Tuner nur selten. In dem Fall genügen ganz einfache Radios völlig. Bei ihnen ist oft die Abstimmung etwas knifflig. Wer die Frequenz nur selten wechselt, den stört das weniger.

Wenn du dagegen als "Jäger" QSO-Partner suchst und dabei lieber über die Bänder drehst, dann brauchst du eine leicht zu bedienende Frequenzabstimmung und ein guten Tuner.

Beispiel: Als Aktivierer liebe ich die Funkgeräte der Mountain Topper-Serie (das MTR-3B und MTR-4B). Diese Geräte haben keinen Drehknopf für die Frequenz sondern Up-/Down-Tasten für QSY. Zudem gibt es eine Möglichkeit der direkten Frequenzeingabe. Man muss die Frequenz dann per Morsecode mit der Taste eingeben. Das geht ganz gut, ist aber etwas umständlich.

Wenn ich unterwegs funken will, finde ich normalerweise eine freie Frequenz und rufe "CQ SOTA", "CQ WWF" oder "CQ POTA". Je nachdem. Abgesehen von Bandwechseln und der Suche nach gelegentlichen Kontakten stimme ich nicht viel ab; das ist auch nicht nötig. Aber wenn ich zu Hause bin und mit diesem Funkgerät nach QSO-Partnern suche, stelle ich fest, dass die Abstimmung doch etwas umständlich ist. Die Funkgeräte der MTR-Serie wurden nicht gemacht zum Über-das-Band-drehen. Die Konstrukteure gehen davon aus, dass man eine freie Frequenz findet und auf dieser über längere Zeit funkt. Und das passt ja auch für solche Aktivierungen.

Der TX-500, der RGO One, der KX3 oder der KX2 zum Beispiel haben alle eine super Abstimmung über einen richtigen Drehregler und sind daher viel einfacher zu bedienen, wenn du über das Band drehen möchtest.

Frage 5: 100 Watt oder QRP?

Ich habe schonmal draußen mit QRO gefunkt. Mit KX2 und KXPA100 beim Field Day 2020.
Ich habe schonmal draußen mit QRO gefunkt. Mit KX2 und KXPA100 beim Field Day 2020.

Wenn du hauptsächlich DX jagen oder an Contesten teilnehmen möchtest, dann wäre eine größere Ausgangsleistung bis zu 100 Watt von großem Vorteil. Es gibt einige kleine Transceiver mit großer Leistung. Zum Beispiel der FT-891 von Yaesu. Ziemlich kompakt und immer noch tragbar. Aber denk daran, dass diese Geräte durch ihren hohen Stromverbrauch eine wesentlich größere Akku-Kapazität brauchen. Selbst wenn du beim Senden die Leistung herunter regelst.

Wenn du aber eigentlich eher Parks, Gipfel, Inseln, Leuchttürme und ähnliches aktivieren möchtest, dann kannst Du wahrscheinlich gut mit einem QRP-Funkgerät auskommen. QRP öffnet die Tür zu viel kleineren, effizienteren und tragbareren Funkgeräten.

Als Aktivierer bist du selbst das "DX". Jäger und Verfolger rufen dich an. Du must mit einem kleinen Pileup rechnen. Von den Hunderten von Aktivierungen, die ich in Parks und auf Gipfeln gemacht habe, habe ich nur selten mit mehr als 5 oder 10 Watt gesendet, und oft war das mit anderen gemeinsam wie dem Field Day. Für mich gibt es keinen Grund, mit mehr als QRP-Leistung zu senden, egal ob ich in CW, SSB oder mit digitalen Betriebsarten funke. Warum auch?  Ich mag die Herausforderung!

Für SSB empfehle ich dir ein Gerät mit 10 Watt. Nach meiner Erfahrung genügt das völlig. Und bei Wettbewerben bist du mit 10 Watt SSB auch immer gleich in der vorteilhaften QRP-Klasse.

Frage 6: Werde ich mit dem Radio reisen?

Die kleinen Transceiver haben einen großen Vorteil: Du kannst sie (fast) überall hin mitnehmen. Und das macht Spaß. Wie wirst du unterwegs sein? Auto, LKW, Flugzeug, Boot/Kanu, Zug, Motorrad, Fahrrad oder zu Fuß? Oder wird es eine Kombination dieser Verkehrsmittel werden?

Wenn du dein Radio hauptsächlich im Auto transportieren willst, sind Größe und Gewicht vielleicht nicht so wichtig. Es muss lediglich bequem ins Fahrzeug passen. Wenn dein Radio im Handgepäck mitnehmen willst, dann brauchst du ein kompaktes, leichtes Modell, das mit einer Vielzahl von Stromquellen betrieben werden kann.

Antworte ehrlich. Mach dir klar, wie du dein Gerät transportieren und nutzen möchtest.

Dann erst solltest du mit der Marktforschung und dem Geräte-Vergleich beginnen. Die Funkgeräte mit den meisten Funktionen und den höchsten Spezifikationen sind nicht unbedingt die besten Funkgeräte für deine speziellen Bedürfnisse.

Und wenn du ganz neu im Amateurfunk bist oder wenn du erst beginnst mit Outdoor-Aktionen, dann beginn deinen Entscheidungsprozess mit dieser sehr einfachen Übung...

Probieren geht über Studieren!

Im Idealfall empfehle ich immer, ein Funkgerät - egal welches - mitzunehmen, bevor man eine Kaufentscheidung trifft, vor allem, wenn man noch nicht so oft von unterwegs QRV war.

Und warum? - Stell dir vor, du kaufst einen Geländewagen, ohne jemals im Gelände unterwegs gewesen zu sein. Ohne diese Erfahrung weißt du nicht, welche Art von Federung, Antriebssystem, Reifen oder Bodenfreiheit passend für dich sind. Du kannst nicht wissen, worauf es beim Kauf ankäme - oder was du später vermissen könntest.

Das Gleiche gilt für die Welt der Funkgeräte. Mein erster HF-Transceiver war ein Icom IC-735. Rückblickend bin ich mir nicht sicher, ob irgendjemand es als "Feld"-Funkgerät bezeichnen würde, aber es hat sich bei einer Reihe von Fielddays, Campingausflügen und QRP-Wettbewerben bewährt ... und es hat mich das eine oder andere gelehrt.

Ich liebte eine Reihe von Dingen an diesem Funkgerät draußen: großartiger Ton, großer Drehknopf, gute CW- und SSB-Eigenschaften, bis zu 100 W Ausgangsleistung (weit mehr als ich brauchte!), hervorragende Ergonomie, außer den kleinen Schiebeschaltern, und insgesamt ein großartiger Empfänger.

Es gab auch einige Dinge, die ich nicht mochte: Der IC-735 war ziemlich schwer und zu sperrig für Rucksacktouren. Außerdem war er ein Stromfresser und benötigte daher einen Akku mit größerer Kapazität.

Als das Yaesu FT-817 auf den Markt kam, habe ich ihn gleich gekauft. Meine Erfahrungen mit dem IC-735 hatten mich gelehrt, dass ich keine 100 Watt Leistung benötigte und dass ich die bequeme Ergonomie für ein kompakteres, leichteres Funkgerät aufgeben würde, das zudem etwas weniger Akku benötigt. Ich war mit dem FT-817 sehr zufrieden und konnte die Möglichkeiten damit damals gut einschätzen, da ich bereits Erfahrungen mit dem IC-735 gemacht hatte.

Wenn möglich, probier einen Transceiver aus. Mach eine "Probefahrt". Vor dem Kauf.

Das ist vielleicht nicht ganz leicht. Die meisten von uns wohnen nicht in der Nähe eines Amateurfunkgeschäfts, und kleine Portabel-Transceiver sind nicht so leicht verfügbar wie zum Beispiel Smartphones oder Tablets.

Hilfe kannst du ganz sicher beim Funk-Verein in deiner Nähe bekommen. Die meisten Funkclubs haben E-Mail-Gruppen oder Webseiten über die du Kontakt aufnehmen kannst, auch wenn du kein Mitglied bist. Du kannst eine Nachricht schreiben und fragen, ob jemand im örtlichen Club das von dir gesuchte Radiomodell hat? Wahrscheinlich wirst du von den Antworten angenehm überrascht. Schon oft habe ich mich mit anderen Funkamateuren getroffen und sie verschiedene Funkgeräte ausprobieren lassen, die ich besitze und die sie in Betracht ziehen.  Das macht Spaß, und vielleicht lernst du sogar ein paar Tipps und Tricks über das Funkgerät, bevor du es kaufst. Nebenbei wirst du bei der Aktion den einen oder anderen Freund gewinnen. Auf jeden Fall hast du so die Möglichkeit, das Gerät anzusehen, anzufassen und auszuprobieren, um zu entscheiden, ob dir die Menüstruktur und sogar die Ergonomie gefällt. Die meisten Funkamateure machen das gerne. Sie tauschen sich aus mit anderen und teilen ihre Erfahrungen gern.

Leichte Bedienung vor technischem Firlefanz

Wie schon gesagt, lieben es die Funkamateure, Spezifikationen und Funktionslisten zu studieren und die Leistung in Rob Sherwoods brillanter Receiver-Tabelle zu vergleichen. Das macht Sinn: Wir wollen in der Regel die beste Leistung für den Preis, und wir wollen sehen, worin sich die Modelle unterscheiden. Die technischen Daten geben uns die Grundlage dafür.

Rob Sherwood wird dir sagen, dass so ziemlich alle Transceiver in den Top 20 seiner Liste hervorragende Funkgeräte mit wettbewerbsfähigen Front-Ends und Filtern sind. Ich würde außerdem behaupten, dass jedes der Funkgeräte in den Top 50 seiner Liste innerhalb der Spezifikationen für einen Portabeltransceiver liegt.

Technischer Firlefanz hat beim Portabelfunk kaum eine Bedeutung. Den Spaßfaktor bringt die leichte Bedienbarkeit und wie du draußen mit deinem kleinen Gerät umgehen kannst und schöne Verbindungen schaffst.

Ein typisches Beispiel:  Eines meiner Lieblings-Funkgeräte ist der Elecraft KX1 CW-Transceiver. Rob hat ihn nie getestet, aber ich bin sicher, dass er auf seiner berühmten Liste keine hohe Punktzahl bekommen würde. Er ist nicht für Contest und DX konzipiert, hat keine Roofingfilter, und der variable Filter ist alles andere als "chirurgisch" präzise, um es mal vorsichtig auszudrücken.  Vielmehr wurde es als ultraportables Portabel-Gerät konzipiert, und ... wow ... das ist es auch! Ich finde, der KX1 ist eine reine Freude für den Funkbetrieb draußen.

Allerdings habe ich auch einige Funkgeräte mit viel mehr Möglichleiten, wie den Elecraft KX3, KX2 und den Icom IC-705, und ich mag sie genauso. Aber für den Einsatz draußen - vor allem, wenn es dein erstes Funkgerät ist - würde ich mir weniger Gedanken über die vielen technischen Möglichkeiten machen und mich auf die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionen konzentrieren, die du wirklich brauchst.

Wenn du ein Gerät aussuchst, solltest darauf achten ob es dafür bekannt ist eventuell einen schlechten Klang mit hohem Grundrauschen zu haben. Wenn wir in der freien Natur arbeiten, entgehen wir oft den städtischen Funkstörungen. Geräte mit einem geringeren Grundrauschen machen es dir möglich, schwache Signale leichter zu verstehen. Das störende Geräterauschen hörst du am besten, wenn du die Antenne mal abziehst.

Es kommt auf dich an und deine Bedürfnisse.

Ich wiederhole mich: Deine Suche nach einem Portabel-Gerät hat haupsächlich mit dir und deinen Bedürfnissen zu tun. Sei ehrlich zu dir selbst, und wenn du kannst, probiere es aus, bevor du Geld ausgibst.

Ich kann dir nicht sagen, welches Gerät du kaufen sollst. Mein Lieblingsradio ist vielleicht gar nicht dein Lieblingsradio. Und das ist in Ordnung.  Wir Funkamateure sind eine bunt gemischte Gruppe, und wir alle schätzen unterschiedliche Dinge.

Beispiele für All-Mode-Geräte

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich eine Reihe beliebter Multimode-Transceiver vorstellen, die speziell für den Portabel-Betrieb entwickelt wurden. Ich habe diese Liste auf Funkgeräte beschränkt, die derzeit in Produktion sind. Fast alle sind tatsächlich QRP-Geräte. Für jedes Funkgerät erzähle ich, was ich an ihm liebe und warum ich es gerne mit nach draußen nehme. So ganz perfekt sind sie zwar alle nicht, aber an jedem habe ich große Freude. Und so... in keiner bestimmten Reihenfolge... hier ist meine Portabel-Radio-Rundschau:

Yaesu FT-817/FT-818

Ein Arbeitspferd von einem kleinen QRP-Transceiver und neu zu bekommen für rund 650 EUR. Die Leistung ist hervorragend und wird durch die optionale schmale Filter verbessert (obwohl enge CW-Filter immer seltener werden). Ich liebe sein QSK, auch wenn das Relais-Klicken einige Funkamateure abschrecken könnte (ich persönlich mag die mechanische Rückmeldung).

Der FT-817/818 ist eines der wenigen Portabel-Geräte auf dem Markt, das sowohl einen SO-239- als auch einen BNC-Antennenanschluss hat, den der Benutzer wählen kann. Diese Geräte haben nicht nur volle HF-Abdeckung, sondern auch Multimode-VHF und UHF. Diese Serie ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Markt (lassen Sie das einmal sacken!) und hat daher eine solide Unterstützung und Anhängerschaft.

Das Design des 817/818 wurde für Yaesu zu einem solchen Kassenschlager, dass es auch 20 Jahre nach seiner Einführung noch auf dem Markt ist! Es hätte sich wahrscheinlich nicht so lange auf dem Markt gehalten, wenn das Design nicht einfach fantastisch gewesen wäre.

Elecraft KX3

Der KX3 hat bei seiner Einführung im Jahr 2013 die Messlatte für Portabel-Geräte sehr hoch gelegt. Der KX3 verfügt über seidenweiches QSK mit lautloser Pindiodenschaltung.

Das Eingangs-Filter im KX3 gehört zu den besten in der Branche und ist ein absoluter Benchmark, wenn das optionale Roofing-Filter hinzugefügt wird. Er hat einen wunderbaren optionalen interne Tuner, der einfach alles anpassen kann. Außerdem verfügt der KX3 über mehrere CW- und Sprachnachrichtenspeicher.

Die Ergonomie ist ausgezeichnet. Den KX3 gibt es schon seit fast einem Jahrzehnt, und trotzdem ist er auf dem Gebrauchtmarkt immer noch sehr teuer, weil es so leistungsfähig und zuverlässig ist. Wenn KX3 voll ausgestattet ist, gehört er zu den teuersten Portabel-Geräten auf dem Markt.

Mission RGO One

Ich bin ein großer "RGO One"-Fan. Da es ein Tischfunkgerät ist, das viel größer ist als meine tragbaren HF-Transceiver, würde ich es nicht für eine Gipfelaktivierung wählen, die viel Wandern erfordert, aber für ein Tischfunkgerät ist es trotzdem leicht.

Es ist eine wunderbare CW- und SSB-Maschine und hat einen Empfänger, der so ruhig ist und wenig rauscht, dass ich mich oft gefragt habe, ob ich vergessen habe, die Antenne anzuschließen.

Der Klang ist fantastisch und die Filter einfach super. Den RGO One benutze ich gern, wenn ich mal Betrieb mit mehr als QRP-Leistung machen möchte. Es schafft 50 Watt HF-Leistung. Es hat eine gute Contest-Tauglichkeit und kommt mit so ziemlich jeder HF-Umgebung zurecht.

Xiegu G90

Kaum zu glauben, dass man für 500 EUR ein so leistungsfähiges Funkgerät wie das G90 kaufen kann. Es ist zwar kein Spitzengerät, aber es macht Spaß, sowohl in CW als auch in SSB damit zu funken. Besonders mag ich das Mini-Farb-Display und die abnehmbare Frontblende.

Das G90 macht bis zu 20 Watt. Das ist ganz praktisch, wenn man mehr als QRP-Leistung braucht. Der eingebaute Tuner ist hervorragend und passt alles schnell an. Fast alles.

Das G90 fühlt sich auch ziemlich robust an und scheint sehr stabil zu sein. Ich habe einige Freunde, die den G90 bereits seit mehreren Jahren als ihr spezielles Portabel-Funkgerät verwenden.

Yaesu FT-891

Ich habe noch nie ein FT-891 besessen, aber ich habe ihn schon einige Male benutzt. Ich finde es toll, wie leicht dieses Gerät für seine 100 Watt ist und wie die Front für den Einbau im Auto abgenommen werden kann.

Der FT-891 hat einen CW- und Sprachnachrichten-Speicher. Das ist bei Außeneinsätzen ganz hilfreich. Der 891 hat außerdem super Filter, ein relativ niedriges Grundrauschen und eine gute Lautsprecherwidergabe. Es ist zweifelsohne eines der beliebtesten Funkgeräte für Portabelfunker.

Xiegu X5105

Der X5105 ist ein kompaktes und außentaugliches Gerät mit vielen Möglichkeiten. Da er über einen eingebauten Akku, einen eingebauten Tuner und sogar ein eingebautes Mikrofon verfügt, ist er jederzeit für Abenteuer bereit.

Der Ton und der Empfänger sind für den Einsatz ausreichend und den Preis von 700 EUR auf jeden Fall wert. Bislang bin ich mit der Akkulaufzeit des X5105 sehr zufrieden. Ein komplettes Paket - alles drin. Lade einfach den internen Akku auf, schließ das Gerät an eine Drahtantenne an, und schon bist du auf Sendung.

Meinen X5105 habe ich immer in einem meiner Fahrzeuge dabei. So kann ich jederzeit spontan im Gelände funken.

Icom IC-705

Der IC-705 ist einer der fortschrittlichsten tragbaren Transceiver auf dem Markt. Wie auch der FT-817/818 verfügt er über die komplette HF-, VHF- und UHF-Abdeckung und ist im gesamten Bereich multimodefähig. Der IC-705 verfügt außerdem über D-Star, drahtlose Verbindungen (WiFi und Bluetooth), eingebautes GPS und einen abnehmbaren Akkupack.

Für den Digitalfunker ist er ein super Funkgerät. Der 705 verfügt über ein sehr gutes CW-Verhalten und ist mit einer Sprachspeicherfunktion ausgestattet.

Einzigartig, ist, dass der Akku über ein übliches MicroUSB-Ladegerät aufgeladen werden kann, das häufig für ältere Android-Handys verwendet wird. Du musst kein zusätzliches Netzteil mit auf den Flug nehmen! - Deshalb habe ich das Gerät sehr gern in meinem Reisegepäck.

Lab599 Discovery TX-500

Das TX-500 ist ein wunderbaresPortabel-Funkgerät. Wenn das Wetter mal unsicher ist, dann greife ich gern zu diesem Funkgerät. Es ist ziemlich wetterfest und kann problemlos mit unerwartetem Regen umgehen. Es ist außerdem sehr leicht, sehr robust und verfügt sogar über eine CW- und Sprachspeicherfunktion.

Auch die Ergonomie ist perfekt für das kleine Kästchen. Das Design ist ganz besonders. Das Gehäuse aus einem Stück Aluminium gefräst. Alles passend, superschlank und dennoch unglaublich stabil.

Für ein Allmode-Gerät ist der TX-500 sehr stromsparend. Er benötigt nur etwa 100-110 mA beim Empfang. Sehr beeindruckend.

Xiegu X6100

Der X6100 bietet eine Menge Funktionen für seinen Preis. Wie sein älterer Bruder, der X5100, ist er ein echtes "alles-drin-Radio". Einfach eine Antenne anschließen und schon bist du auf Sendung.

In meinem Testbericht habe ich das Gerät als "Wundertüte" bezeichnet. Das stimmt zwar, aber das kleine Gerät ist ziemlich anfällig für Übersteuerungen in Gegenwart von Sendern und anderen Signalen in der Nähe, und ich würde es nicht für einen Field Day oder einen Contest auswählen. Aber es bietet immerhin viele Funktionen, die Digitalfunker lieben.

Es verfügt sogar über ein gewisses Maß an drahtloser Konnektivität. Ich gehe davon aus, dass die durch künftige Firmwareupdates noch verbessert werden. Der Betrieb mit digitalen Betriebsarten ist mit dem X6100 ziemlich einfach.

Mir scheint, dass der Empfänger noch nicht so ganz ausgereift ist. Dennoch macht es Spaß, das Gerät mit nach darußen zu nehmen, und ich habe eine Reihe von erfolgreichen Aktivierungen damit gemacht.

Elecraft KX2

Wer ein Schweizer Taschenmesser unter den tragbaren HF-Transceivern sucht, für den ist der KX2 zweifellos die erste Wahl. Ein Alleskönner.

Der KX2 ist, wie der X5105 und der X6100, ein echtes "rundum-sorglos-Paket". Vor allem dann, wenn man den internen Tuner und die interne Batterie einbaut. Er hat sogar ein eingebautes Mikrofon, das sehr gut funktioniert. Wer Platz sparen will, braucht für eine SOTA-Aktivierung noch nicht mal ein Mikrofon mitzunehmen.

Die Empfänger-Eigenschaften sind brillant. Der KX2 kommt in Umgebungen mit hoher HF-Dichte gut zurecht; z. B. bei Wettbewerben. Als CW-Operator freue ich mich, dass ich meine KXPD2-Paddles an der Vorderseite des Funkgeräts befestigen kann - eine tolle Ergänzung, wenn ich von meinem kleinen Kniebrett aus funke. Wenn ich mir nicht sicher bin, was ich in einem Park oder auf einem Gipfel antreffen könnte, greife ich oft zum KX2, weil der wirklich alles kann.

Viele weitere Möglichkeiten...

Der MTR-3B steht nicht in der Liste der multi-mode Transceiver. Trotzdem ist er einer meiner Liblinge für CW. Hier im Bild mit den N6ARA Tiny Paddles.
Der MTR-3B steht nicht in der Liste der multi-mode Transceiver. Trotzdem ist er einer meiner Liblinge für CW. Hier im Bild mit den N6ARA Tiny Paddles.

In meiner kurzen Aufstellung fehlen die ultra-portablen CW-Funkgeräte, die ich so sehr liebe, und auch viele tolle Portabelgeräte, die leider nicht mehr neu erhältlich sind.

Ich wollte dir meine Geräte zeigen und dir sagen, was ich an jedem besonders mag. Wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Ich bin in der glücklichen Lage, aus der Vielzahl meiner Portabelgeräte jeweis das passende auswählen zu können. Aber ganz ehrlich: Ich mag alle. Und die Entscheidung fällt nicht immer leicht. Mit jedem der kleinen Kästen habe ich großen Spaß beim Funken draußen. Und einige davon  machen sich sogar gut auf dem Funktisch zu Hause.

Zusammenfassung

Bei der Wahl eines Funkgeräts kommt es auf dich an als Benutzer und auf deine persönlichen Vorlieben.

Sei ehrlich zu dir selbst und such dir das Funkgerät aus, das dir am meisten Spaß macht. Mach dir weniger Gedanken über die technischen Daten, konzentriere dich lieber auf die Funktionen und die Benutzerfreundlichkeit für die von dir geplanten Betriebsarten und Aktivitäten.

Und das Wichtigste. Du brauchst kein "perfektes" Funkgerät, um draußen QRV zu sein.  Geh einfach raus und hab Spaß. Draußen funken macht auf wunderbare und schöne Weise süchtig! Fang einfach mal damit an. Ich vermute stark, dass auch dir diese Spielweise in unserem schönen Hobby lange Freude macht.

73 de Thomas, K4SWL

Übersetzt von DK1DU