Höhlenfunker

Endlich dürfen wir wieder mehr Freiheiten genießen. Nach Monaten der Corona-Einschränkungen ist vieles wieder möglich. Zwar sind die Probleme nicht aus der Welt, nichts geht ohne Hygieneregeln und die Menschen sind noch zurückhaltend. Doch der Blick in die hoffentlich bald einsetzende, wieder unbeschwerte Zukunft macht Lust auf mehr. Auch bei den Funkamateuren. Nur manche trauen sich noch nicht so richtig aus der dunklen Höhle ihrer Funkbude. Psychologen sprechen vom Cave-Syndrom.

Manche trauen sich nicht noch so richtig zum Alltag vor Corona zurückzukehren. Und das, obwohl die meisten geimpft oder genesen sind und überall 2G- oder 3G-Regeln gelten. Von Experten wissen wir, dass es sich bei dem Cave-Syndrom nicht um ein pathologisches Phänomen, sondern um eine vorübergehende Anpassungsreaktion handelt. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Im Lockdown haben wir gestöhnt, aber auch unseren Weg gefunden, mit der Situation zurechtzukommen und dabei festgestellt, dass manche Veränderung so schlecht gar nicht ist.

Das Einnisten im heimischen Shack und Treffen nur über Videokonferenzen haben in Corona-Zeiten für einen Bequemlichkeitsfaktor gesorgt, den manche jetzt nicht mehr missen möchten. Die Aussicht, fast alles wieder zu machen und Freunde treffen zu können, macht auch ein bisschen Stress.

Wir müssen uns an die neue Normalität gewöhnen und das antrainierte Phlegma überwinden. Mit Blick auf den Herbst und Winter ist das allerdings leicht gesagt. Denn eines ist klar: Noch immer schwingt die Sorge mit, sich in einer Menschenmenge mit Corona anzustecken.

Die Funkamateure stecken voller Tatendrang. Zurecht, wurde uns in der Pandemie eine Grundlage unseres Vereinslebens genommen. Aber wir wollen nicht jammern. So hat die Krise doch auch vieles vorangebracht. Zum Beispiel wäre da die Lust auf Geselligkeit – einfach gemeinsam eine gute Zeit haben. Der Wert solcher Gelegenheiten dürfte vielen in ganz neuem Licht erscheinen.

Vielleicht hilft ein Blick zurück auf unser Jahr 2019:

Wir freuen uns wieder auf kommende Bastelabende im Vereinshaus in Altenritte. Wir haben Ideen für neue Antennenformen, einen Whisper-Transceiver, für das portable Funken und Loggen, für Aktivierungen mit SOTA, GMA und WWFF, für Morse-Übungen und zum Thema Diversity-Empfang und Ideen für Vieles mehr. Wir freuen uns auf ein vielleicht kommendes Tagesseminar, bei dem wir zu einem Thema gemeinsam arbeiten können. In Theorie und Praxis. Und wir freuen uns mal wieder auf einen Ausflug mit Funk und Kultur.

Die Experten sagen, dass die Cave-Phase von allein wieder vorübergeht. Aber ein bisschen müssen wir selbst daran mitarbeiten.