Nichts für ungut

Mikrofon-Verbot ausgesetzt. Das ist in vielen Amateurfunkblogs zu lesen. Doppelte Verneinung. Also sind Mikrofone am Steuer erlaubt. Logisch. Warum schreibt das keiner? Weil es doof klingt und unvernünftig ist. Die Hände gehören ans Steuer. Und das bedeutet nicht, dass wir das nicht wollen. Mit mehrfacher Verneinung lassen sich trefflich sprachliche Nebelkerzen werfen.

Handys, Navis und Mikrofone lenken ab beim Fahren. Wir haben alle schon brenzlige Situationen erlebt und hoffentlich gut überstanden. Funken beim Fahren ist gefährlich. Da hilft auch keine doppelte Verneinung. Das ist uns überhaupt nicht unklar.

Im Verkehrsministerium werden oft merkwürdige Willenserklärungen abgegeben, und manchmal haben wir das Gefühl, die Verkehrsentscheider sind gar nicht undumm. Aber das weiß ja keiner nicht so genau. Nichts Genaues weiß mal halt nicht. Was wir aber wissen: Eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung, die in der Erwartung abgegeben wird, der Mangel der Ernstlichkeit werde nicht verkannt werden, ist nichtig.

Wegen der Aussetzung des Mikrofonverbots hatte zum Beispiel der Runde Tisch Amateurfunk absolut keine Absicht, sich nicht bemerkbar zu machen. Und an seinem Verhalten sind wir ja nicht generell desinteressiert.

Dann gibt es noch die starke Bayerische Mehrfach-Verneinung wie z.B.: "Naa, koa Leberkaas hoama nia net g'hobt, hoama net und kriagn ma nimmer rei. Trotzdem hod bei uns no nia koaner koan Hunger ned ghabt."

Gerade die Nuancen, die mittels der mehrfachen Negation hervorgerufen werden können, verdeutlichen zwar die Vielschichtigkeit unserer Sprache, überfordern aber die Leser. Erfreuen wir uns dieser großen Palette. Wird sie nämlich korrekt genutzt, bietet sie uns sehr viele, spannende Ausdrucksmöglichkeiten. Aber wir sind wachsam und lassen uns nicht austricksen. Auf diesen Webseiten wollen wir bei einer klaren, deutlichen und verständlichen Sprache bleiben.

Etwas Anderes haben wir niemals nicht gesagt. Und: Hände ans Steuer. Beide.
Nichts für ungut.